Zum ersten Mal wurde der Kurs an der akademie südwest angeboten. Teilnehmen konnten alle Mitarbeitenden des ZfP Südwürttemberg, des ZfP Reichenau sowie externe Interessierte, die nicht mehr zur Zigarette greifen möchten. Evelyne Stumpp, Rauchfreiberaterin am Standort Weissenau, erarbeitete das Curriculum und leitete den zweitägigen Kurs mit drei Teilnehmenden. „Nikotinabhängigkeit ist eine chronische Krankheit, die starke gesundheitliche Einschränkungen mit sich bringt.“ Umso mehr freut es die Kursleiterin, dass sie die Teilnehmenden auf dem Weg zur Rauchfreiheit erfolgreich beraten und unterstützen konnte.
„Ich habe mich ohne Erwartungen für den Kurs angemeldet – und bin als Sieger herausgekommen“, reflektiert ein Teilnehmer. Der Kurs sieht zwei Präsenztage innerhalb von vier Wochen vor. Mit dem ersten Tag beginnt der Rauchstopp. „Alle drei hatten morgens zuletzt geraucht, sodass sich die letzte gemeinsam gerauchte Zigarette im Kurs – wie im Curriculum vorgesehen – erübrigt hat“, berichtet Stumpp. Wissen rund um die Nikotinabhängigkeit sowie gemeinsamer Austausch standen außerdem auf dem Programm. Wie gehe ich damit um, wenn ich rückfällig werde? Was hilft mir, wenn ich Suchtdruck verspüre? All diese Fragen standen im Mittelpunkt des zweiten Kurstages. „Eine Teilnehmerin plante beispielsweise, am Wochenende feiern zu gehen und wusste, dass nicht zu rauchen eine große Herausforderung wird“, erzählt Stumpp. Sie vereinbarten, nach dem Wochenende zu telefonieren und in engem Austausch zu bleiben. Mit großem Erfolg habe die Teilnehmerin schließlich diese erste Prüfung gemeistert – auch dank verschiedener Skills, die die Teilnehmenden im Kurs erlernen und welche die Abstinenzfähigkeit stärken.
Individuelle Skills helfen bei der Abstinenz
„Sogenannte Skills wie Eiswürfel lutschen oder Chilischoten kauen stärken die Sinneswahrnehmung und lenken die Energie weg vom Suchtdruck“, erklärt Stumpp. Es gelte, individuell herauszufinden, was für den Einzelnen funktioniere und alternative Handlungen für das Rauchen zu etablieren. „Wer daran gewöhnt ist, beim Telefonieren zu rauchen, dem hilft es vielleicht, stattdessen auf einem Block zu kritzeln“, so die Rauchfreiberaterin.
Mit den Präsenztagen endet der Kurs nicht. Nach sechs Wochen erhalten die Teilnehmenden Briefe, die sie an sich selbst geschrieben haben. Zudem wird ein Telefontermin vereinbart, in dem offene Fragen und Probleme mit der Kursleiterin besprochen werden können. Wie lief es bisher? Gab es Rückfälle? „Das ermöglicht mir, die Teilnehmenden weiter zu bestärken und im Falle eines Rückfalls anzubieten, den Rauchstopp erneut zu unterstützen“, so Stumpp.
„Ich war beeindruckt von der großen Wertschätzung und Geduld, die uns im Kurs entgegengebracht wurde“, berichtet eine Teilnehmerin. Sie und ihre zwei Mitstreiter nehmen aus dem Kurs nicht nur neues Wissen und Skills mit, sondern auch die Sicherheit, jederzeit auf Kursleiterin Stumpp wieder zukommen zu dürfen. Auch diese freut sich über die rundum positive Resonanz: „Ich bin sehr happy, dass alle von diesem Kurs profitieren konnten und nun rauchfrei sind.“
Rauchfreies Krankenhaus
Seit mehreren Jahren sind die Kliniken des ZfP Südwürttemberg in Weissenau, Zwiefalten, Bad Schussenried Mitglied im Deutschen Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen. Die Weissenauer Klinik und die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Zwiefalten mit der SINOVA-Klinik sind inzwischen mit dem SILBER-Zertifikat als rauchfreies Krankenhaus ausgezeichnet. Mit verschiedenen Angeboten unterstützt das ZfP Mitarbeitende und Patient:innen auf ihrem Weg in ein Leben ohne Nikotin. > mehr Infos Der nächste Rauchfreikurs an der akademie südwest findet im nächsten Jahr am 22.01. und 26.02.2027 an der akademie südwest statt.
