Gesundheitsmesse zeigt Ideen für mehr Wohlbefinden im Pflegealltag

Auszubildende im zweiten Jahr der Berufsfachschule für Pflege entwickeln in der Projektwoche „Gesunderhaltung im Beruf“ kreative und praxisnahe Ideen für mehr Achtsamkeit, Gesundheit und Wohlbefinden im Pflegealltag.

Im Rahmen der Gesundheitsmesse stellten die angehenden Pflegefachfrauen und -männer im zweiten Jahr ihre Projekte einander sowie interessierten Kolleg:innen vor.

„Die Projektwoche ,Gesunderhaltung im Beruf‘ ist fest im Lehrplan verankert“, sagt Andrea Fessler, Schulleiterin der Berufsfachschule für Pflege in Zwiefalten. Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres setzen sich die Auszubildenden in drei intensiven Tagen mit einem selbst gewählten Thema auseinander. Während die Ergebnisse bislang vor Gästen im Kurs präsentiert wurden, findet in diesem Jahr erstmals eine Gesundheitsmesse in den Fluren der Pflegeschule statt. Das neue Format ermöglicht einen offeneren Austausch zwischen den Gruppen und macht die Ergebnisse sichtbarer.

 

Die Projekte werden nicht benotet. Vielmehr dienen sie als Vorbereitung auf die Zukunftswerkstatt am Ende der Ausbildung, in der ebenfalls kreative Zukunftsideen für die Pflege erarbeitet und vorgestellt werden. „Uns ist wichtig, dass die Auszubildenden lernen, fachlich und wissenschaftlich fundiert zu arbeiten“, erklärt Fessler. Die Auszubildenden bilden ihre Gruppen selbst und wählen ihre Themen frei. Begleitet werden sie dabei von einer Lehrkraft. „Die Organisation liegt aber in den Händen der Auszubildenden“, so die Schulleiterin.

 

Dass die Projektwoche gut ankommt, zeigen auch die Rückmeldungen der Teilnehmenden. „Mir hat das Projekt sehr viel Spaß gemacht“, berichtet eine Auszubildende. Eine weitere ergänzt: „Die Podcastaufnahme hat mir viel Freude bereitet. Es war spannend, die eigene Stimme in der fertigen Folge zu hören.“

 

Vier Projekte setzen Impulse für den Pflegealltag

 

Im Rahmen der Gesundheitsmesse stellten die angehenden Pflegefachfrauen und -männer ihre Projekte einander sowie interessierten Kolleginnen und Kollegen vor. Insgesamt arbeiteten vier Gruppen zu unterschiedlichen Themen rund um Gesundheit und Wohlbefinden im Pflegealltag.

 

Die erste Gruppe beschäftigte sich mit Stressabbau im Pflegealltag durch Humor. „Wir sind eine sehr humorvolle Gruppe und haben uns deshalb bewusst für das Thema Humor und Kommunikation entschieden“, berichtete eine Teilnehmerin. Die Auszubildenden zeigten, wie positive Emotionen den Arbeitsalltag beeinflussen können, wiesen jedoch auch auf Grenzen hin: Humor sei nur dann geeignet, wenn er von allen Beteiligten so empfunden werde. Ihr Fazit lautete: miteinander statt übereinander lachen. Für die Praxis entwickelten sie verschiedene Impulse, darunter ein Glücksglas. Darin konnten Kolleg:innen kleine Sprüche, Komplimente oder Mutmacher hinterlassen und bei Bedarf wieder entnehmen.

 

Eine weitere Gruppe widmete sich gesunden Snacks für den Berufsalltag, die auf der Messe auch verkostet wurden. Der Favorit war der Kichererbsen-Curry-Salat – einfach zuzubereiten und eine beliebte Alternative zu klassischen Gerichten. Auch der Hibiskus-Blüten-Shot sowie Kochbananen-Chips stießen auf positive Resonanz. Interessierte konnten sich die Rezepte direkt mitnehmen. Die Auszubildenden achteten dabei bewusst auf eine große Vielfalt der Snackideen, damit diese in der gesamten Mitarbeiterschaft ankommen können.

 

Die dritte Gruppe produzierte eine zehnminütige Podcastfolge zum Thema Achtsamkeit im Pflegealltag. Unter dem Titel „Pflege dich selbst“ geben die Auszubildenden Anregungen zur Selbstfürsorge im Berufsalltag. Für die Umsetzungen unterstützte sie das Podcast-Team des psychiatrischen Pflegepodcasts „Yes We Care“. Ergänzend dazu gestalteten sie kleine Goodie-Bags mit einer Belastungsampel, Tee, Handcreme und einer kleinen Tüte Gummibären.

 

Die vierte Gruppe stellte einen Stresskoffer vor – eine Art Notfallkoffer für stressige Situationen –, den sie selbst zusammengestellt hatte. Dieser enthielt unter anderem Anti-Stress-Bälle, Akupressurringe, ätherische Öle, eine selbst erstellte Spotify-Playlist sowie Anleitungen für kurze Bewegungsübungen. Interessierte Kolleg:innen probierten bereits am Stand einzelne Angebote aus. 

 

„Wir werden jedes Mal aufs Neue überrascht, wie kreativ die Auszubildenden ihre Themen ausgestalten und präsentieren“, sagt Fessler. Die Gesundheitsmesse soll deshalb auch künftig beibehalten werden. 

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